Knallhart Investigativ. Oder: Van Gaal beliebt es zu scherzen.

Die Tage ließ der Tulpengeneral und Trainer des FC Bayern ein Statement los, welches nach dem Wechsel von Luiz Gustavo zu den Münchnern aussagte, dass vielleicht noch ein Spieler in dieser Woche komme, der im angreifenden Bereich alles spielen könne. Dabei sprach er von 99 prozentiger Wahrscheinlichkeit.


Viele Medien nahmen dies zum Anlass um zu Berichten, der FC Bayern plane eine Neuverpflichtung, was zugegebenermaßen auch naheliegend erscheint. Das Dementi von Vorstandschef Rumemenigge kam dabei auf den ersten Blick etwas verwirrend daher.
Bei einiger weniger Recherche – was ja immerhin die Basis journalistischer Arbeit sein sollte – fand man aber schnell heraus, worauf sich die Aussage Van Gaals bezog. Unter Anderem die hauseigene Webpräsenz des FC Bayern veröffentlichte einen kleinen Auszug in seinen Kurznachrichten, in der es hieß, dass der General es beliebt zu scherzen. Hier hätte die Journaille dann ihre Auflösung gefunden, so sie denn gesucht hätte. Van Gaal sprach bei diesem Spieler von niemand geringerem als Arjen Robben – der schon seit letzter Saison beim Rekordmeister unter Vertrag steht, nur seit der Weltmeisterschaft verletzt war. Dass noch am darauffolgenden Tag zahlreiche Medien ähnliche Dinge titeln wie „Van Gaal will Offensivspieler“ zeigt eben, dass Recherchearbeit oft nicht allzu ernst genommen wird – einer schreibt vom Anderen ab. In diesem Fall muss man natürlich auch zugeben, dass die falsche Berichterstattung von Van Gaal forciert wurde, er machte sich einen Spaß daraus. Nichtsdestominder gibt es wohl kaum naheliegendere Rechercheorte für einen solchen Artikel als die Homepage des FC Bayern.
Zu diesem Thema viel mir ein Video vom Kabarettisten Marc-Uwe Kling ein, welches leider allzu treffend ist. Ich habe es dem Post angehangen.

Natürlich gibt es auch sehr viele positive Beispiel der journalistischen Arbeit, in letzter Zeit aber fällt der Journalist immer öfter negativ auf. Recherche bleibt leider viel zu oft Mangelware. Und das nicht nur in diesem Fall, leider viel zu oft wird auf journalistische Sorgfalt verzichtet. Schade eigentlich.

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