Reflexion oder Verblendung? Egal!

Eigentlich jeder der Philipp Walulis kennt liebt ihn. Oder zumindest sein Machwerk. „Walulis sieht fern“ heißt dieses Kleinod der Fernsehpopkultur, dass es auf einem der qualitativ hochwertigen Nischen-Spartensender geschafft hat, das Fernsehen mit Anspruch auf die Schippe zu nehmen. Wenn man genau ist sogar auf zwei Sendern, denn neben einsplus, wo das Format aktuell läuft, wurde die erste Staffel von Tele 5 gezeigt, dass mit seiner Qualitätsoffensive nicht nur inhaltlich erfolgreich ist.

Nun ist das was Walulis macht schon nicht mehr ganz neu, mittlerweile sogar mit dem Grimme-Preis gewürdigt. Traurig genug, dass die Bezeichnung Geheimtipp noch immer nicht ganz verschwunden ist. Aber klar, es würde die Idee hinter dem Format ja auch in gewisser Weise pervertieren, wenn die breite Masse plötzlich Walulis fröhnt – und gleichzeitig der Scripted Reality. Trotz alledem, hat sich das Format auch selbst ein wenig pervertiert.
Wie? Walulis näherte sich dem Studentenfernsehen. Szenemagazine, Special-Interest, eben genau das, was sich auf zdf_neo und einsplus so rumtreibt. Und genau hier dürfte es einem schon kommen. Es geht um Formate die hyp, edgy und stilsicher sind, Programme die mit Jump-Cuts und schnellen Bildwechseln nur so spielen. Und die richten sich inhaltlich an ein gebildetes und anspruchsvolles junges Publikum. Sie kritisch und wollen eine Message abliefern. Es geht darum indie zu sein. Und investigativ. Und sich eloquent mit Themen auseinanderzusetzen. Ach ja: bloß nicht etabliert sein.

Kommt einem das nicht bekannt vor? Eben. Aber Walulis darf das.

Kommentar verfassen