Die Geburt einer neuen Verbotspartei?

Während sich die Grünen als neue Liberale positionieren wollen, fordert die CDU das Verbot von E-Shishas, weil diese möglicherweise Krebserregend sein könnten. Da stellt sich die Frage, wer hier eigentlich die Verbotspartei ist. Eine Polemik.

Man darf schon sagen: Nicht immer ganz zu unrecht mussten sich die Grünen in den vergangenen Jahren als Verbotspartei beschimpfen lassen. Neben Tempolimit und dem berühmt gewordenen Veggie-Day gab es auch die Forderung nach einem Werbeverbot für Autos mit zu starken CO2-Emissionen. Dass sich diese Liste fortsetzen ließe braucht an dieser Stelle nicht erwähnt werden, aber natürlich ist es auch Unsinn jedes Ge- oder Verbot per se als Unsinn abzutun. Verbote sind eben auch ein elementar wichtiger Bestandteil einer funktionierenden Gesellschaft. Aber eben nur Manche.

Ein Verbot, dass sicher nicht unter diese Kategorie fällt ist eines, dass die CDU nun fordert: Elektronische Wasserpfeifen sollen künftig nicht mehr an Jugendliche abgegeben werden. Hört man das, so sollte man sich das Produkt der so genannten E-Shisha erst einmal genauer ansehen: Anders als E-Zigaretten enthalten E-Shishas kein Nikotin. Das einzige, was eine E-Shisha damit zur Einstiegsdroge machen könnte, ist das coole Auftreten, was sich Teenies (oder Noch-Nicht-Einmal-Teenies) davon versprechen mögen. Damit aber steht die elektronische Wasserpfeife in ihrer Gefahr nicht weit über einer Kaugummizigarette und deutlich unter einer Spielzeugpistole. Das eine von zwei großen Argumenten, mit dem das Verbot gefordert wird, scheint damit nicht wirklich haltbar. Argument zwei: Die E-Shisha könnte möglicherweise gesundheitsschädigend oder krebserregend sein. Möglicherweise. Aha. Mit diesem Argument müsste man Kindern verbieten jegliches Fleisch zu essen und jedes Mobiltelefon zu benutzen. Diese Handystrahlung. Warum ist da eigentlich noch keiner drauf gekommen? Sollte es sich heraustellen, dass die E-Shisha tatsächlich gesundheitsgefährdend ist: gerne, verbietet sie für Jugendliche. Aber solange sie regulär auf dem Markt ist und keine Gefahr nachgewiesen?

Nein, das kann kaum der Weg sein, wie man Kinder von Drogen fernhält. Das ist viel mehr eine Aufgabe, die auch Erziehung leisten sollte. Warum fordert die CDU eigentlich nie Eigenverantwortung, wo man sie wirklich braucht?

Ah, da kommt mir noch eine Idee. Die Sonne müsste man verbieten. Die ist bei Lichte betrachtet sogar mit größter Sicherheit Krebserregend. Sogar ziemlich. Warum das nicht geht? Würde wohl dem Teint von Wolfgang Bosbach schaden.

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