Meedia: Tweet einer Rassistin (unabsichtlich?) ohne Einordnung.

Ich lese immer wieder den Branchendienst Meedia – weil ich mich für Medien interessiere und weil der Branchendienst meistens auch ganz sinnvolles Zeug schreibt. Doch immer wieder ärgere ich mich auch, über Dinge die absolut unprofessionell sind. Zum Beispiel das:

oder das:

oder noch viel schlimmer das:

Aber lange nicht so verzeihbar wie solche Fehler, ist das, was ich am Sonntag lesen musste. Wieder Mal gab es einen dieser (ohnehin schon mäßig attraktiven) „So reagiert das Netz-Artikel“ zur Ankündigung Angela Merkels, wieder als Bundeskanzlerin kandidieren zu wollen. Über die Nachricht an sich, kann man viel diskutieren, schon klar.

Aber wenn man darin folgenden Tweet liest, dann stutzt man als Leser doch zunächst:

Nicht, weil der Inhalt an sich anstößig ist, sondern weil in einem Duktus geschrieben wird, der zumindest nah an dem dran ist, was Rassisten und Verschwörungstheoretiker derzeit los lassen. Wenn es nun nur diese Formulierung wäre, wäre das kein Problem. Aber siehe da: Der Blick auf das entsprechende Twitter-Profil der Nutzerin, die sich Anna Ilna nennt, verrät: Die Nutzerin ist genau das. Eine Rassistin. So steht schon in der Selbstbeschreibung der Hashtag „#AgainstIslam“, auch in ihren Texten zeigt sie, dass die Dame eine gesamte Religion komplett ablehnt. Und darüber braucht es keine Debatte, wenn man so pauschal eine gesamte Weltanschauung ablehnt, macht einen das zu genau dem: Einem Rassisten.

Wenn man dann weiter im Profil schaut, dann kann man da auch noch von [[Asylis]] lesen, Anna Ilna sympathisiert offenkundig mit der identitären Bewegung und postet auch sonst viel dummes Zeug. Ein Tweet an den Autoren selbst und an Meedia blieb bis dato ohne Reaktion, der Artikel ist weiter genau so online (insgesamt seit vier Stunden und über zwei Stunden nach dem Hinweis). Selbst wenn die noch folgt, ist eins festzuhalten: Auch ohne Hinweis, sollte man sich schonmal anschauen, was man als (verantwortungsvoller?) Branchendienst so verbreitet: Die Worte einer Rassistin, ohne jegliche Einordnung. Nicht, dass ich glaube die Kollegen bei Meedia wären Rassisten, absolut nicht. Aber Leute, passt doch bitte auf, was ihr da verbreitet. Dafür braucht es nicht einmal intensive Recherche. Ein Klick genügt.

Update (20.38 Uhr): Mittlerweile wurde der Tweet kommentarlos aus dem Artikel entfernt.

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