Spanische Verhältnisse? Von wegen!

Es gibt da so ein Schreckgespenst, das Freunde des Fußballs in Deutschland seit einigen Jahren umtreibt. Von [Spanischen Verhältnissen] sprechen viele und schauen sich dabei Borussia Dortmund und den FC Bayern an. Und klar, irgendwie ist es schon eine gewisse Dominanz, die sich da so breit macht, wenn man sich das Abschneiden der Bundesliga-Teams in den letzten Jahren mal so anschaut.

Die Frage die sich jetzt aber stellt: Woran liegt’s? Dass der FC Bayern irgendwie immer an der Tabellenspitze mitspielt ist nun wahrlich kein neues Phänomen, zugegebenermaßen liefert der Rekordmeister aber in den vergangenen Jahren vor allem auch in der Champions League konstant Spitzenleistungen ab. Die Resultate können sich sehen lassen. Und der BVB? National sind die Leistungen da nun auch mehr als konstant, zumindest öffentlich gibt man sich aber bescheiden und sieht sich nur als Verfolger der Bayern. Was die Champions League anbelangt: Eine sehr gute Saison haben die Dortmunder vergangenes Jahr abgeliefert, davor taten Sie sich schwer. Im Moment spielen die Borussen eine passable Gruppenphase, das Weiterkommen ist aber keineswegs sicher.

Soweit also mal eine erste Bestandsaufnahme. Wie ist das ganze aber nun zu beurteilen? Die so genannten [Spanischen Verhältnisse] zeichnen sich ja nun vor allem daraus aus, dass ernsthafte Konkurrenz zu diesen beiden Teams fehlt. Der Blick auf den Rest der Bundesliga zeigt zumindest, dass es kein Team wirklich konstant schafft oben mitzuhalten. Leverkusen gelingt das zwar öfter mal, aber in den entscheidenden Momenten fehlt dann eben doch immer ein bisschen. Und der FC Schalke scheint sich diese Saison eher auf den europäischen Wettbewerb zu fokussieren. Zumindest was die beiden Partien gegen den FC Chelsea anbelangt aber erfolglos.

Auffällig ist dann aber auch die Europa League, in der deutsche Teams in den vergangenen Jahren nicht unbedingt erfolgreich fuhren. Gerade diese Saison ist der VfB Stuttgart schon in der Qualifikation gescheitert, Freiburg ist nach vier Spielen in der Gruppenphase ohne Sieg, einzig Eintracht Frankfurt hält die Fahne hoch. Und da sind wir dann auch beim eigentlich Problem. Sofern wir tatsächlich auf dem Weg zu einer einseitigen Liga sind, dann hat das eher weniger mit den beiden Topteams zu tun, die an der Spitze stehen, sondern eher mit fehlender Konstanz in der unteren Region. Denn das Teams wie Bremen, Hamburg oder Schalke eigentlich mehr Potenzial hätten, ist wohl den meisten klar.

Zuletzt stellt sich dann aber die Frage wie [spanisch] eigentlich die Verhältnisse in der Primera Division sind. Und wenn man da zumindest aktuell schaut, hat sich (in einer relativen Konstanz) ein drittes Team oben mithingestellt. Atlético – Erzrivale von Real – belegt aktuell Rang zwei und in der Champions League läuft’s auch. Nur wenn man in der Tabelle nach unten schaut, fehlt es ein wenig an der Konstanz der spanischen Teams. Klingt aber irgendwie eher als gäbe es deutsche Verhältnisse in der spanischen Liga. Nur wirtschaftlich läuft es in Deutschland irgendwie besser. Und darum verneigen wir uns vor der Bundesliga wie Marko Pantelić:

 

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