Abmahnwellen gegen Instagrammer sorgen für reichlich Unsicherheit bei Social Media-Nutzern. Klar ist: Es braucht Kennzeichnung von Werbung. Ein zu Viel bewirkt sorgt aber nicht für mehr Transparenz – im Gegenteil.


Auch selbstgekaufte Produkte sollten als Werbung gekennzeichnet werden, selbst wenn Freunde die auf Posts verlinkt sind könnte das als Werbung gesehen werden, spätestens aber wenn Marken markiert werden, muss die Kennzeichnung her. So sieht die Situation für Instagrammer aktuell aus. Die Idee dahinter ist richtig: Werbung soll als Solche erkennbar sein, so wie es bei den herkömmlichen Medien seit jeher ist, selbst wenn es nicht immer umgesetzt wird. Nur so bunt wie der Exzess aktuell getrieben wird macht das keinen Sinn mehr.

Wie wenig Sinn die Umsetzung hat, zeigt sich aktuell beispielsweise bei [[Influencerin]] Vreni Frost, gegen die im Juni eine einstweilige Verfügung erlassen worden war, obwohl sie laut eigenen Angaben keine Bezahlung für den entsprechenden Post erhalten hat, sondern nur die Marke verlinkt hatte. Die Reaktion: Frost kennzeichnet nun schlicht ALLES als Werbung. Ausnahmslos jeder Post wird so markiert. Auch solche, die offensichtlich keine Werbung sind:

Aus Sichter der Instagrammerin ist das nachvollziehbar, wenn sie sich mit allem anderen in Abmahn-Gefahr begibt. Für den User ist es aber gerade nicht sinnstiftend. Ja, es ist wichtig gerade junge Leute für Werbung zu sensibilisieren. Nur wenn Blogger und Instagrammer alles, also wirklich alles, vorsorglich als Werbung kennzeichnen, dann ist doch keinem geholfen. Es wird nicht dazu führen, dass die jungen Leute weniger von [[ihren]] Bloggern anschauen. Es führt aber dazu, dass wirkliche Werbung nicht mehr als Solche wahrgenommen wird. Dann aber ist genau das Gegenteil von dem erreicht, was eigentlich geschafft werden soll. Werbung und Inhalt verschwimmen gerade dann immer mehr und sind gar nicht mehr differenzierbar.

©  Bild: Screenshot Instagram.com Vreni Frost