Warum ProSieben einiges richtig macht – und sich trotzdem Sorgen machen sollte

ProSieben mag es seinen neuen und alten Stars große Werbekampagnen zu spendieren, wenn deren Filme in die Kinos kommen sollen. Das ist legitim. Am Samstagabend zeigte sich aber vor allem eins: Auch diese Werbung wird gute Unterhaltung sein. Und die Samstagabend Show frisch halten.


[[Wetten, dass…?]] ist daran vermutlich gescheitert. Klar, es hat seine Zeit gedauert, doch nachdem der ZDF-Klassiker nun doch einige Jahre auf dem Buckel hat lässt sich klar sagen: Die junge Zielgruppe erreicht man weniger denn je. Dass es schwer ist nach Jahren seine Zielgruppe zu halten haben bereits viele Formate gezeigt. Dass es gelingen wird zeigte jüngst wieder [[Schlag den Raab]].

Es war nichts großartiges, was sich da in einer neuerlichen Ausgabe abspielte. Doch etwas besonderes war es trotzdem. Gerade als man aus der Werbepause zurückkam und so tat als wolle man mit dem nächsten Spiel beginnen, stürmte Christoph Maria Herbst in der Rolle des Bernd Stromberg das Studio. Und er sang. „Lass das mal den Papa machen“, gab Stromberg zum Besten. Das Publikum stimmte begeistert ein, der Kandidat schwang freudig das vom Papa mitgebrachte Fähnchen. Und Steven Gätjen beendete den Auftritt mit der Ankündigung, dass Papa Bernd kommende Woche ins Kino kommt. Nicht, dass das ohnehin schon die meisten gewusst hätten. Unterhaltsam war das Ganze trotzdem, und das obschon es offensichtliche Werbung war. Oder Promotion. Wie auch immer man es nennen mag. Worum es aber eigentlich geht: Mit solcherlei Kleinigkeiten gelingt es, die Samstagabendunterhaltung so zu gestalten, dass Zuschauer einen Mehrwert haben, so sie einschalten. Natürlich haben sie den auch, weil es den Verantwortlichen gelingt immer wieder neue, kreative und unterhaltsame Spiele ins Portfolio aufzunehmen. Vielleicht sogar wegen Frank Buschmann, der sich – vollkommen zurecht – eine beträchtliche Fanbase aufgebaut hat.

Irgendwie passt der Auftritt von Papa Bernd aber auch ins Schema. Stromberg moderierte pünktlich zum Filmstart auch eine ganze Folge der – mittlerweile eigentlich abgehalfterten – „Wissenssendung“ [[Galileo]]. Eine Wette, die es einzulösen galt. Der gewählte Zeitpunkt ist aber sicher kein Zufall. Schon Michael „Bully“ Herbig hatte ProSieben eine größere Kampagne spendiert, als dieser seinen jüngsten Film veröffentlichte. Eine ganze Sitcom hatte man dem spendiert – aus Quotensicht, war das allerdings keine grandiose Idee. Über Qualität lässt sich ja bekanntlich streiten.

Zumindest was [[Schlag den Raab]] anbelangt bleibt aber eine Frage offen. Denn selbst wenn man vieles richtig macht – ewig wird das auch nicht weiter gehen. Der aller jüngste ist Raab auch nicht mehr, auch wenn er in den vergangenen Monaten so etwas wie seinen zweiten Frühling erlebt. Aber welches Sendergesicht kommt eigentlich danach? Papa Bernd wird es wohl nicht sein. Daniel Aminati hoffentlich auch nicht. Und was ist mit Joko und Klaas? Vielleicht machen die ja bald [[Wetten, dass…?]]. Der Stuhl vom Lanz wackelt ja derzeit eh.

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