Alexander Gauland glaubt, dass die Menschen nichts gegen den Klimawandel tun können. Selbst wenn er recht hätte, ist das kein Argument gegen Klimaschutz. Schließlich würde man auch nicht sein sterbenskrankes Kind im Stich lassen.


[[Die Aussagen des Weltklimarats, dass Klimaänderungen vorwiegend menschengemacht seien, sind wissenschaftlich nicht gesichert. Sie basieren allein auf Rechenmodellen, die weder das vergangene noch das aktuelle Klima korrekt beschreiben können.]]

So sagt es die AfD auf ihrer Website. Für Parteichef Alexander Gauland ist der Schluss damit klar: [[Ich glaube nicht, dass es gegen den Klimawandel irgendetwas gibt, was wir Menschen machen können.]]

Wissenschaftlich nicht gesichert, also bleiben lassen?

Es ist offensichtlich, dass das Hauptargument für Klimaschutz zwar valide ist, aber von der AfD nicht akzeptiert wird:  Die weit überwiegende Mehrheit der Klima-Wissenschaftler widerspricht der AfD-Position. Die weit überwiegende Mehrheit sagt, dass wir jetzt etwas tun müssen. Doch wenn man der Minderheit glaubt oder schlicht die wissenschaftliche Erkenntnis anzweifelt, so ist das noch lange kein Grund auf Klimaschutz zu verzichten und weiter grenzenlos CO2 auszustoßen.

Warum nicht? Die AfD nimmt an, dass man die Erkenntnisse zum Klimawandel nicht als gesichert ansehen kann. Nun ist es der Klimawandel nicht wie ein Elektrotretroller: Der Elektrotretroller wird erst einmal gestoppt, bis seine Verkehrstauglichkeit sichergestellt ist. Die potenzielle Gefahr wird also durch vorbeugende Unterlassung abgewendet.

Würde man sein Kind sterben lassen?

Das aber funktioniert beim Klimawandel eben gerade nicht. Er wäre, folgt man der Argumentation der großen Mehrheit der Klimaforscher, durch menschlichen Verzicht auf CO2-Ausstoß weniger stark ausgeprägt. Die Gefahr also kann nur durch vorbeugende Maßnahmen gemindert werden, nicht durch vorbeugende Unterlassung. Demnach bräuchte es den Klimaschutz auch dann, wenn man davon ausgeht, dass die große Mehrheit nicht recht hat, aber auf Nummer sicher gehen will.

Wenn man so will ist die Erde das sterbenskranke Kind der Gesellschaft. Eine große Mehrheit der Ärzte ist der Meinung, dass das Kind durch eine zugegebenermaßen nicht ganz günstige Therapie heilbar wäre. Der Onkel des Kindes sagt aber, dass das Kind zwar krank ist, aber auch die Therapie nicht helfen würde. Deswegen sagt er den Eltern sie sollen kein Geld in die Therapie stecken, obwohl die Therapie dem Kind keinesfalls Schaden würde. Wenn die Ärzte also recht haben, dann wird das Kind sterben, wenn die Therapie nicht gemacht wird. Möglicherweise stirbt das Kind auch dann, wenn die teure Therapie durchgeführt wird. Aber es gibt die Chance, dass es nicht passiert. Wenn die Ärzte nicht recht haben, dann stirbt das Kind in jedem Fall, weil die Krankheit nicht mehr aufzuhalten ist.

Und mal ehrlich: Würden Eltern nicht alles versuchen ihr Kind am Leben zu halten?