Eine Kultur der Zusammenfasssungen und Rückblicke.

Wie viele Sätze in Stammtischrunden oder losen Unterhaltungen beginnen mit dem Wort ‚Insgesamt‘?


Auch das könnte man mit Sicherheit statistisch zusammenfassen. Ohnehin: Der Mensch fasst alles zusammen, blickt zurück. Vielleicht erhält er hierdurch halt – ich kann es nicht sagen.
Sei’s drum: Jedes Jahr laufen den gesamten Dezember über, meist auch noch im Januar, Jahresrückblicke, viele Serien senden zum Ende Ihrer Staffel Best-Of’s und sogar die Jahresrückblicke werden im Reigen der Rückblicke rückblickhaft rezensiert.
Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich es genieße einen, vielleicht auch zwei, Jahresrückblicke zu sehen. Nochmal zu realisieren was im Jahr eigentlich alles passiert ist, wo es oft doch schon so lange her erscheint.
Auch Statistiken finde ich oftmals sehr sinnvoll. Ich bin – was viele Dinge angeht – dem statistischen Bundesamt sehr positiv verbunden, vieles davon ist vonnöten oder wenigstens interessant zu sehen.
Dass sich diese Kultur der Zusammenfassungen letztenendes auch im Web 2.0 zeigt, ist also nur konsequent: Täglich werden Twitter-Trends veröffentlicht, die uns zeigen was die Nutzer interessiert, auch Internet-Suchmaschinen geben zumindest jährlich an, was die Leute sehen wollten. Das dabei gewisse Begriffe geschwärzt werden finde ich dabei zwar nicht gut, aber zumindest nachvollziehbar. Und dass der Begriff „Sex“ der meistgesuchte im Internet ist, kann sich wohl selbst der unerfahrenste Surfer denken.
Alles in allem sollte man diese ganzen Statistiken aber nicht allzu Ernst nehmen, auch wenn mich verschiedene Marktforschungsabteilungen hier sicherlich eines besseren belehren wollen. Am Ende bleiben auch sie – wie eben auch TV-Jahresrückblicke – überwiegend der Unterhaltung und eher sekundär der Information dienlich. Am deutlichsten für den Unterhaltungswert spricht hier wohl, dass Teenie-Schwarm Justin Bieber auf der Pole Position der Personen-Trends platziert ist. Peng.

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